Foto: Kristijan Arsov/ Unsplash
Unterwegs auf der längsten Schrägseilbrücke der Welt

Von Kopenhagen nach Malmö und zurück

Text & Fotos: Dominique Timm
Illustration: Karina Dinser-Nennstiel
An einem Tag die Stadt erkunden? Dafür gibt es in Kopenhagen einfach zu viel zu sehen. Der Neue Hafen, Kirchen, Sehenswürdigkeiten an jeder Ecke und Cafés, die zum Verweilen einladen – die dänische Hauptstadt bietet genug sehenswerte Orte, um eine ganze Woche damit zu füllen. Und wenn man schon hoch oben im Norden ist, darf doch ein Besuch im Nachbarland Schweden auch nicht fehlen.
Zugreisen

Während in Deutschland die Temperaturen rekordverdächtige Werte erreichen, weht in Dänemark im Juli eine leichte Brise. 22 Grad sahen auf dem Wetterbericht irgendwie wärmer aus und ich muss feststellen, dass der kühle Wind mich sogar in Pullover und Jacke frieren lässt.
Also packe ich mich vor unserer Abfahrt nach Kopenhagen etwas dicker ein und nehme zur Sicherheit noch einen Regenschirm mit denn die letzten Tage wurden wir das ein oder andere Mal mit plötzlichem Platzregen überrascht.

Tag 1

Auf dem Weg zum Neuen Hafen reiht sich ein Café an das Nächste und lockt mit den schönen, teilweise bunten Außenfassaden Touristen und Einheimische an.

Die Straßen von Kopenhagen

Wir fahren eine gute Stunde lang von dem kleinen Fischerdorf Vejby, in dem ich mit meiner Familie in einer blauen Holzhütte untergekommen bin, bis in die Hauptstadt Dänemarks, Kopenhagen. Die Vorstadt lässt noch nichts von der Schönheit des Stadtkerns erahnen und ich bin zunächst ein wenig enttäuscht, wie „deutsch“ alles aussieht. Doch je mehr wir uns der Hafenregion nähern, desto mehr ändert sich auch das Stadtbild.  Wir kommen  an vielen kleinen Restaurants und Cafés vorbei, die mich an die Gassen von Paris erinnern. Ich bin überrascht, wie warm 22 Grad in Kopenhagen sind. Kurz nachdem ich meine Jacke abgelegt habe, entscheide ich mich dazu, auch meinen Pullover auszuziehen, so sehr knallt mir die Sonne vom strahlend blauen, wolkenlosen Himmel auf die Schultern.

Nyhavn ist mit seiner bunten Häuserfassade eine beliebte Anlaufstelle für Touristen.

Wir steuern den Neuen Hafen, Nyhavn an, das mit der bunten Häuserfassade und den vielen kleinen dänischen Fähnchen wohl  bekannteste Fotomotiv Kopenhagens . Hier wimmelt es von Touristen. Die kleinen Restaurants sind gut besucht und nur vereinzelt nehme ich einen freien Tisch wahr. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung und die gemütlichen Außenbereiche der Restaurants wirken mit den vielen Grünpflanzen und Lichterketten wie kleine mediterrane Biergärten. Zwischen den Tischen entdecke ich einen Akkordeonspieler, der die regen Unterhaltungen mit seinen stimmungsvollen Melodien untermalt. Wir setzen uns vor das letzte Gebäude der bunten Häuserreihe, um uns mit einem Kaltgetränk zu erfrischen und das rege Treiben der Touristen zu beobachten.

Die Kleine Meerjungfrau ist eine Figur aus dem gleichnamigen Kunstmärchen des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen. Die Geschichte der Meerjungfrau basiert auf der Sage der Wassergeistes Undine.

Auf den Spuren von Hans Christian Andersen

Nach unserer Abkühlung spazieren wir an der Promenade entlang, denn ich möchte zu gern Kopenhagens Wahrzeichen „Den Lille Havfrue“, die kleine bronzene Statue in Form einer Meerjungfrau vom Künstler Edward Ereksen sehen. In einiger Entfernung bemerken wir eine größere Menschenansammlung. Ich wundere mich. Als wir ein Stück weitergehen und uns schließlich unter die Menschen mischen, fällt mein Blick in die kleine Bucht,   und den  Stein am Ufer, auf dem die kleine Meerjungfrau sitzt. So klein ist die?, ist mein erster Gedanke, als ich die Märchenfigur  des dänischen Dichters Hans Christian Andersen sehe. Trotzdem erfüllt mich ihr Anblick mit Freude, ich bin richtig gerührt. Denn was wäre ein Besuch in Kopenhagen ohne das Wahrzeichen der Hauptstadt Dänemarks gesehen zu haben?

Die St. Alban’s Church ist die einzige anglikanische Kirche in Dänemark und wird umgangssprachlich auch "die englische Kirche" genannt.

Auf unserem Weg zurück zum Stadtkern gehen wir durch den Churchillpark und passieren den Gefionbrunnen, das größte Denkmal der Stadt. Dahinter erstreckt sich die St. Alban’s Church im Early English Style, die an eine Kulisse aus der Verfilmung des Jane Austen-Klassikers „Emma“ erinnert. Ich bleibe auf der Brücke vor dem Gefionbrunnen mit Blick auf die Kirche stehen, halte für einen Moment inne und fühle mich kurz in das 19. Jahrhundert versetzt.

Abends sitzen wir gemütlich beisammen und tauschen uns über die schönen Eindrücken des Tages aus.

Tag 2

Mit dem Öresundståg nach Schweden

Es ist unser letzter Tag in Dänemark und spontan entscheiden wir uns von Kopenhagen  ins schwedische Malmö zu fahren. Der Öresundståg-Zug bringt uns innerhalb von 40 Minuten nach Malmö über die Öresundbrücke, die mit einer Länge von etwa acht Kilometern als weltweit längste Schrägseilbrücke für den kombinierten Straßen- und Eisenbahnverkehr gilt. Während der Fahrt klebt mein Gesicht an der Scheibe mit Blick über die Weiten der Ostsee.

Foto: Julian Hochgesang/ Unsplash
Zwischen Dänemark und Schweden

Öresundståg (OT)

Der Öresundståg ist ein Regionalzug, der in der Öresundregion zwischen Kopenhagen und Malmö verkehrt. Die 8 km lange Öresundbrücke verbindet die beiden Länder Dänemark und Schweden miteinander. Regelmäßig, im 20-Minuten-Takt fahren Züge im westlichen Streckennetz, von Helsingor über Kopenhagen nach Malmö und Lund. Im östlichen Teil werden stündlich die drei Städte Göteborg, Kalmar und Karlkrona befahren.

Als Öresundzüge werden moderne Triebzüge eingesetzt, die eine maximale Geschwindigkeit von 180 km/h erreichen können. Zur Ausstattung der Züge gehören Klimaanlagen, Steckdosen, WLAN und ein Selbstbedienungsbistro. Alle Züge sind zudem behindertengerecht und bieten eine Transportmöglichkeit für Fahrräder an.
Fahrgäste können zwischen der 2. und 1. Klasse in Großraumwagen wählen.

Von den Steintreppen aus kann man nicht nur die Sonne genießen. Das glitzernde Meer und die Öresundbrücke im Hintergrund bieten einen tollen Ausblick.

Schwedischer Sommer

Vom Hauptbahnhof Malmö erreichen wir nach einem zwanzigminütigen Spaziergang den berühmten Titanic Lovelock Point – ein kleiner Balkon, der über das Wasser ragt und an die bekannte Szene von Jack und Rose aus dem Film „Titanic“ erinnern soll. Meine Aufmerksamkeit wird auf ein paar wagemutige Jungs gelenkt, die vom Geländer der kleinen Plattform ins dunkle Meer springen, knapp neben ihnen Felsen und Steine, die vom Ufer ins Meer hinabführen.

Der Wind fegt mir kalt um die Ohren und auch heute scheint wieder die Sonne. Doch die Seeluft ist frisch und ich ziehe die Ärmel meiner Jacke noch etwas weiter über meine Hände. Ich schaue zu den Holztreppen, die zum Wasser runterführen, auf denen viele Menschen unterwegs sind. Allesamt in Badehose und Bikini gekleidet, wollen sie entweder Sonnenbaden oder im vermutlich erfrischend kalten Meer schwimmen. So feiert man wohl den schwedischen Sommer, ganz egal was das Thermometer anzeigt.

Nach einem Abstecher in die Altstadt und zur Burganlage Malmöhus fahren wir nach zwei Stunden wieder zurück nach Dänemark, um Kopenhagen noch mehr zu erkunden.

 

Der Titanic Lovelock Point ist ein beliebter Aussichtspunkt, um Erinnerungsfotos mit der Ostsee im Hintergrund zu schießen.

Hotdog & Tivoli sind ein Muss

Schon ein bisschen vertraut fühlt es sich an, als wir  wieder in  Kopenhagen sind, das angenehm belebt und trubelig ist. Erneut zieht es uns nach Nyhavn wo wir, wie es sich als Tourist gehört, erst Mal einen leckeren Hotdog essen. Anschließend  steigen wir in eines der vielen Sightseeing-Schiffe ein, um eine Kanalrundfahrt über das in der Sonne glitzernde Wasser zu unternehmen. Wir passieren das Schloss Amalienborg, jede bedeutende Kirche, jede Sehenswürdigkeit, jede Brücke und all die anderen Orte und Dinge, die man bei einem Besuch in Kopenhagen nicht missen sollte. Zurück an Land setzen wir unsere Tour fort.

Der große beeindruckende Torbogen des Vergnügungsparks ist der Eingang in eine märchenhafte Traumwelt.

Es dämmert bereits, als wir zum krönenden Abschluss vor dem großen Torbogen des Tivolis, dem ältesten, noch existierenden Vergnügungspark der Welt, anstehen. Hinter dem Eingangstor befinden wir uns plötzlich in einer märchenhaften und magischen Welt. Überall sorgen Laternen und Lampions in den Bäumen für eine verzauberte Stimmung. Der Park ist thematisch nach Ländern aufgebaut und so passieren wir China mit einer Drachenachterbahn, erleben den Zauber von 1001 Nacht und finden uns plötzlich in einer amerikanischen Spielhalle wieder. Wir überqueren unzählige Brücken, bestaunen ein Piratenschiff auf dem großen See in der Mitte des Parks und kommen an einem deutschen Biergarten vorbei. An jeder Ecke hinterlassen Crêpes, Waffeln, gebrannte Mandeln oder Donuts ihren herrlichen Duft. Das Kettenkarussell, die Holzachterbahn, das Riesenrad und die unzähligen anderen Fahrgeschäfte lassen wir unberührt. Der Park ist überfüllt und die Schlangen vor den Attraktionen einfach zu lang. Und trotzdem bereuen wir den Besuch im Tivoli Park nicht und gehen verzaubert von all den magischen Eindrücken durch das Tor zurück in die Realität.

Nach einem  langen  Tag in Kopenhagen und unserem Abstecher ins Nachbarland kommen wir erschöpft im Ferienhaus an. Beim Einschlafen lasse ich nochmal die Tage Revue passieren und bin von Kopenhagen wie auch Malmö absolut begeistert. Ich träume von der magischen Welt des Tivolis, von der kleinen Meerjungfrau und davon, wie ich durch die Gassen Kopenhagens laufe. Das Flair der kleinen Bistros und Cafés, die wunderschöne Fahrt über den Kanal und die vielen grünen Ecken inmitten der Stadt werde ich vermissen. Für mich steht fest: Dies wird nicht meine einzige Reise in die dänische Hauptstadt gewesen sein!

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